In der novellistischen Studie "Bahnwärter Thiel" von Gerhard Hauptmann, die im Jahr 1888 erschienen ist, geht es um den Bahnangestellten Thiel dessen Sohn aus erster Ehe bei einem Bahnunglück ums Leben kommt und der durch das entstandene Trauma zum Mörder wird.
Hauptmann
Der Autor wird 1862 in Schlesien als Sohn eines Hotelbesitzers geboren und absolviert eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich, nachdem er die Realschule abgeschlossen hat. Vor dem Beginn an der Novelle "Bahnwärter Thiel" hat er eine Bildhauerklasse besorgt und sich auch in Rom niedergelassen, um dort tätig zu sein. Zum Zeitpunkt der Entstehung der Novelle ist Hauptmann bereits verlobt und schreibt mit dem Werk "Bahnwärter Thiel" eine seiner ersten und zugleich wichtigsten Werke.
Inhalt und Aufbau
Das sehr kurze Buch gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Teile, die zeitlich aufeinander folgen.
Im ersten Teil wird berichtsartig über die Ausgangslage berichtet. Zunächst wird dargestellt, dass auf Thiels erste Ehe mit Minna, bei der der Sohn Tobias entstand, die zweite Ehe mit Lene folgt. Diese Zeitspanne von 2 Jahren wird in wenigen Sätzen einleitend abgehandelt. Auf diese Beschreibungen folgen dann genauere Ausführungen über den Alltag mit Lene. Hier wird betont wir sorgfältig Thiel seinen Arbeitsplatz von seiner Frau Lene trennt, da er auf dem Arbeitsplatz eine Art Gedenkstätte für seine erste Frau errichtet. Thiel achtet peinlich genau auf eine Trennung beider Welten.
Der zweite Teil beginnt an einem Junimorgen, der eine entscheidende Änderung bereit hält:
Die Trennung zwischen dem privaten Leben mit Lene und der Heiligenverehrung von Minna an seinem Arbeitsplatz wird durchbrochen, als der Kartoffelacker, der die Familie mit den Grundnahrungsmitteln versorgt, gekündigt wird und Thiel die Möglichkeit hat einen Acker nahe seines Arbeitsplatzes zur Verfügung zu stellen.
Thiel kümmert sich liebevoll um seinen Sohn Tobias, jedoch schreitet der Bahnwärter nicht ein, als dieser von Lene körperlich misshandelt und verbal erniedrigt wird.
Der dritte Teil
Dieser beginnt mit einer Naturbeschreibung und dem herannahenden Zug aus Breslau. Schließlich auch damit, dass sich Thiel erneut auf den Weg nach Hause macht und dann beschlossen wird gemeinschaftlich zu Thiels Arbeitsplatz auf zu brechen. In den dritten Teil fällt auch das Bahnunglück, welches das Leben aller Hauptpersonen mehr oder weniger beendet.
Aufbau
Exposition
Steigerung
Klimax
Retardation
Katastrophe
Einordnung in eine Epoche und einen Stil
Betrachtet man den Stil von Bahnwärter Thiel stellt man fest, dass es sich hierbei um eine Vereinigung von mehreren Stilrichtungen handelt. Somit kann man sagen, dass sich um Stilpluralismus handelt, denn hier sind nicht nur impressionistische Aspekte vorhanden, sondern auch Elemente aus dem Naturalismus und dem Symbolismus.
Der Autor selbst nennt Bahnwärter Thiel eine naturalistische Studie. Dies lässt sich auch an Hand mehrer Punkte nachweisen. In einem gesonderten Beitrag sind die naturalistischen Elmente von Bahnwärter Thiel aufgeführt. Einen wichtigen Punkt sollte man aber noch erwähnen. Bei Bahnwärter Thiel handelt es sich um einen Personenkreis, der durchweg im kleinbürgerlichen Arbeitermileu angesiedelt ist. Somit kann man sagen, dass dies ein Kritierum des Naturalismus ist, denn dieser stellt die kleinen Leute und die Außenseiter in den Focus der Werke. So wie im Naturalismus auch einmal Alkoholiker Hauptpersonen von Stücken sein können, so ist es bei Bahnwärter Thiel ein seelisch Kranker, der die Hauptrolle inne hat.
Den Namen Studie darf Bahnwärter Thiel darum tragen, da an Hand einer Person die seelischen Vorgänge dargestellt werden. Der Bahnwärter wird untersucht und vorgestellt und alle inneren Aspekte werden anhand seiner Person dargestellt. Der Bahnwärter wird stellvertretend für viele Menschen hinsichtlich der Aspekte Schuld, Ursache und Wirkung, sowie seiner seelischen Lage untersucht.
Literarische Gattung
Es handelt sich bei Bahnwärter Thiel eindeutig um eine Novelle. Zwar zeigt die Handlung in ihrem Verlauf klar die Struktur eines klassischen Dramas, jedoch ist die Handlung nur in einem einzigen Strang geschrieben. Es gibt keine Nebenhandlungen oder gar eine zweite Haupthandlung. Zudem sind Teile des Textes zeitlich sehr stark gerafft ( die Handlung am Beginn ).
Ein weiteres Zeichen dafür, dass es sich um eine Novelle handelt ist die Tatsache, dass es sich im Inhalt um ein unerhörtes Ereignis dreht. Dies ist hier nicht nur der Unfall, sondern natürlich auch der Mord von Thiel an seiner Frau und an seinem Kind.
Sprachliche Merkmale in Bahnwärter Thiel
Wie es im Naturalismus üblich ist, ist in Bahnwärter Thiel die Alltagssprache zu finden. Thiels Äußerungen werden auch ungeschönt wiedergegeben. Man versucht nicht besonders schöne, gewählte Worte zu treffen, sondern konzentriert sich darauf die Sprache so zu zeigen, wie sie ein echter Thiel auch wirklich gesprochen hätte. Dementsprechend viele sprachliche Entgleisungen sind im Werk zu finden. Er verwendet neben dem Stottern auch alltags Sprache und alte Begriffe.
Hauptmann
Der Autor wird 1862 in Schlesien als Sohn eines Hotelbesitzers geboren und absolviert eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich, nachdem er die Realschule abgeschlossen hat. Vor dem Beginn an der Novelle "Bahnwärter Thiel" hat er eine Bildhauerklasse besorgt und sich auch in Rom niedergelassen, um dort tätig zu sein. Zum Zeitpunkt der Entstehung der Novelle ist Hauptmann bereits verlobt und schreibt mit dem Werk "Bahnwärter Thiel" eine seiner ersten und zugleich wichtigsten Werke.
Inhalt und Aufbau
Das sehr kurze Buch gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Teile, die zeitlich aufeinander folgen.
Im ersten Teil wird berichtsartig über die Ausgangslage berichtet. Zunächst wird dargestellt, dass auf Thiels erste Ehe mit Minna, bei der der Sohn Tobias entstand, die zweite Ehe mit Lene folgt. Diese Zeitspanne von 2 Jahren wird in wenigen Sätzen einleitend abgehandelt. Auf diese Beschreibungen folgen dann genauere Ausführungen über den Alltag mit Lene. Hier wird betont wir sorgfältig Thiel seinen Arbeitsplatz von seiner Frau Lene trennt, da er auf dem Arbeitsplatz eine Art Gedenkstätte für seine erste Frau errichtet. Thiel achtet peinlich genau auf eine Trennung beider Welten.
Der zweite Teil beginnt an einem Junimorgen, der eine entscheidende Änderung bereit hält:
Die Trennung zwischen dem privaten Leben mit Lene und der Heiligenverehrung von Minna an seinem Arbeitsplatz wird durchbrochen, als der Kartoffelacker, der die Familie mit den Grundnahrungsmitteln versorgt, gekündigt wird und Thiel die Möglichkeit hat einen Acker nahe seines Arbeitsplatzes zur Verfügung zu stellen.
Thiel kümmert sich liebevoll um seinen Sohn Tobias, jedoch schreitet der Bahnwärter nicht ein, als dieser von Lene körperlich misshandelt und verbal erniedrigt wird.
Der dritte Teil
Dieser beginnt mit einer Naturbeschreibung und dem herannahenden Zug aus Breslau. Schließlich auch damit, dass sich Thiel erneut auf den Weg nach Hause macht und dann beschlossen wird gemeinschaftlich zu Thiels Arbeitsplatz auf zu brechen. In den dritten Teil fällt auch das Bahnunglück, welches das Leben aller Hauptpersonen mehr oder weniger beendet.
Aufbau
Exposition
- Eheschließung mit Minna
- Tobias
- Heirat von Lene
- Sexuelle Hörigkeit von Thiel
Steigerung
- Lene misshandelt Tobias
- Thiel nimmt Misshandlungen wahr (erstes Gewaltthema in der Novelle)
- Halluzination von Minna
Klimax
- Zugunglück
- Thiel verliert den Verstand
Retardation
- Lenes Haltung zu Tobias verändert sich
Katastrophe
- Thiel ermordet seine Frau und sein Kind
- Bahnwärter wird verhaftet und kommt in die Irrenanstalt
Betrachtet man den Stil von Bahnwärter Thiel stellt man fest, dass es sich hierbei um eine Vereinigung von mehreren Stilrichtungen handelt. Somit kann man sagen, dass sich um Stilpluralismus handelt, denn hier sind nicht nur impressionistische Aspekte vorhanden, sondern auch Elemente aus dem Naturalismus und dem Symbolismus.
Der Autor selbst nennt Bahnwärter Thiel eine naturalistische Studie. Dies lässt sich auch an Hand mehrer Punkte nachweisen. In einem gesonderten Beitrag sind die naturalistischen Elmente von Bahnwärter Thiel aufgeführt. Einen wichtigen Punkt sollte man aber noch erwähnen. Bei Bahnwärter Thiel handelt es sich um einen Personenkreis, der durchweg im kleinbürgerlichen Arbeitermileu angesiedelt ist. Somit kann man sagen, dass dies ein Kritierum des Naturalismus ist, denn dieser stellt die kleinen Leute und die Außenseiter in den Focus der Werke. So wie im Naturalismus auch einmal Alkoholiker Hauptpersonen von Stücken sein können, so ist es bei Bahnwärter Thiel ein seelisch Kranker, der die Hauptrolle inne hat.
Den Namen Studie darf Bahnwärter Thiel darum tragen, da an Hand einer Person die seelischen Vorgänge dargestellt werden. Der Bahnwärter wird untersucht und vorgestellt und alle inneren Aspekte werden anhand seiner Person dargestellt. Der Bahnwärter wird stellvertretend für viele Menschen hinsichtlich der Aspekte Schuld, Ursache und Wirkung, sowie seiner seelischen Lage untersucht.
Literarische Gattung
Es handelt sich bei Bahnwärter Thiel eindeutig um eine Novelle. Zwar zeigt die Handlung in ihrem Verlauf klar die Struktur eines klassischen Dramas, jedoch ist die Handlung nur in einem einzigen Strang geschrieben. Es gibt keine Nebenhandlungen oder gar eine zweite Haupthandlung. Zudem sind Teile des Textes zeitlich sehr stark gerafft ( die Handlung am Beginn ).
Ein weiteres Zeichen dafür, dass es sich um eine Novelle handelt ist die Tatsache, dass es sich im Inhalt um ein unerhörtes Ereignis dreht. Dies ist hier nicht nur der Unfall, sondern natürlich auch der Mord von Thiel an seiner Frau und an seinem Kind.
Sprachliche Merkmale in Bahnwärter Thiel
Wie es im Naturalismus üblich ist, ist in Bahnwärter Thiel die Alltagssprache zu finden. Thiels Äußerungen werden auch ungeschönt wiedergegeben. Man versucht nicht besonders schöne, gewählte Worte zu treffen, sondern konzentriert sich darauf die Sprache so zu zeigen, wie sie ein echter Thiel auch wirklich gesprochen hätte. Dementsprechend viele sprachliche Entgleisungen sind im Werk zu finden. Er verwendet neben dem Stottern auch alltags Sprache und alte Begriffe.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Dieser Blog ist mit Blogspot, einem Googleprodukt, erstellt und wird von Google gehostet.
Es gelten die Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen für Googleprodukte.
Um auf diesem Blog zu kommentieren benötigst Du - wie bisher auch - ein Google Konto. Konto anlegen
Wenn Du die Kommentare zu diesem Beitrag durch Setzen des Häkchens abonnierst, informiert Dich Google jeweils durch eine Mail an die in Deinem Googleprofil hinterlegte Mail-Adresse.
Durch Entfernen des Hakens löscht Du Dein Abbonement und es wird Dir eine entsprechende Vollzugsnachricht angezeigt. Du hast aber auch die Möglichkeit Dich in der Mail, die Dich über einen neuen Kommentar informiert, über einen deutlichen Link wieder abzumelden.
Du kannst mich aber auch per Mail erreichen: nachhilfefdich@gmail.com
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.